„Zusammen wachsen. Damit Europa menschlich bleibt.“, das war das Motto der diesjährigen Renova- bis-Pfingstaktion, die sich für einen Dialog zwischen West und Ost einsetzt. Aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine schien es umso wichtiger, dieses Anliegen möglichst vielen Menschen näherzubringen. Olena Vojčyk, Leiterin der Projektabteilung der Caritas-Spes Ukraine, reiste daher aus Kiew nach Kaufbeuren, um von ihrem Leben im Krieg zu erzählen. Der ein oder andere hat ihre Ansprache im ZDF-Fernsehgottesdienst vielleicht gesehen. Im Vorfeld besuchte sie den katholischen Religionsunterricht in der 6. und 9. Jahrgangsstufe des Jakob-Brucker-Gymnasiums. Begleitet wurde sie bei ihrem Besuch am JBG von Redakteur Thomas Schumann, der bei Renovabis für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, sowie von Stadtpfarrer Bernhard Waltner und Pastoralreferent Hubert Huster von der Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren. Olena Vojčyk, die aus Kiew stammt, berichtete uns anschaulich aus erster Hand vom Leben in der Ukraine, das durch den russischen Angriffskrieg total auf den Kopf gestellt wurde. Statt Normalität und Alltag gehören Nächte in Schutzräumen, zerstörte Wohnungen und die ständige Sorge um das Leben Angehöriger sowie um das eigene Leben zur Realität. Jeder Tag hält neue Überraschungen bereit, zeitweise sei man komplett vom Stromnetz abgeschnitten. In dieser Zeit, so erklärte sie, wachse Zusammenhalt. Man versammelt sich und teilt sein Essen, öffnet seine Wohnung, hilft einander, ermutigt die anderen nicht aufzugeben und versucht trotz alledem, Normalität zu wahren. Man wisse nicht, was als nächstes passieren wird. Man stelle sich immer wieder neu darauf ein, das Leben gehe schließlich weiter. Doch ihre Ausführungen sollten uns nicht nur Angst machen, sie wollte uns gleichzeitig auch ermutigen und stärken. Dass es so einen unfassbar großen Zusammenhalt unter Menschen in einem Kriegsgebiet gibt und dass sich fremde Menschen gegenseitig helfen, hat bei uns Schülerinnen und Schülern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Olena Vojčyk formulierte als Pfingstimpuls: „Pfingsten heißt Gemeinschaft, Verständigung und neue Kraft. Für mich ist das keine abstrakte Botschaft, sondern gelebte Wirklichkeit – jeden Tag.“ Sie forderte uns dazu auf, den Blick auf das zu richten, was wir füreinander tun können. Damit Europa menschlich bleibt. Wir möchten uns bei Olena Vojčyk und ihren Begleitern für diesen beeindruckenden Vortrag herzlich bedanken. Ebenso danken wir unserer Religionslehrerin, Frau Filser, die uns diesen Vortrag ermöglicht hat.
Sarah Huber, Selma Kirchner, Johanna Herrmann (alle 6C),Carina Reckziegel (9C)
