Nebel im August

Diesmal wagt sich unsere Theatergruppe, die „Moskitos“ an ein in mehrfacher Hinsicht besonderes Projekt, eine Schauspieladaption von „Nebel im August“.

Vielen Blickpunktlesern dürfte der gleichnamige Bestseller von Robert Domes ein Begriff sein, viele kennen wohl auch dessen geglückte Verfilmung mit namhaften deutschen Schauspielern und so mancher hat vielleicht sogar das Dokumentarstück John von Düffels gesehen, welches vor einigen Jahren das Landestheater Memmingen auf die Bühne gebracht hat.

Mit Teilen dieser Kenntnisse oder vielleicht sogar ihrer Gesamtheit ausgestattet, wird so mancher sagen, warum noch einmal Begegnung mit diesem Stoff, der nicht unbedingt einen unbeschwerten Sommerabend in Irsee garantiert?

Wir glauben, mindestens zwei gute Gründe dafür anführen zu können:

Zum einen kehrt die Geschichte des lebhaften jenischen Jungen Ernst Lossa, der in der Nazizeit von Heim zu Heim geschoben wird, bevor sich sein Schicksal auf tragische Weise am 09. August 1944 vollendet, in unserer Fassung an den Ort ihres tragischen Höhepunkts zurück. Wir spielen an Originalschauplätzen, in und um das Kloster Irsee. Die Zuschauer werden zu verschiedenen Stationen geführt, die uns besonders geeignet erscheinen, das Ausmaß des Unrechts, das sich hinter dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm verbirgt, auch emotional fassbar zu machen.

Zum anderen werden wir gerade, nicht zuletzt durch die Kriegsberichte aus der Ukraine, dem bestialischen Versuch, das Recht des Stärkeren auch wieder auf europäischem Boden geltend zu machen, auf eine seit der Antike bekannte, aber leider nicht immer beherzigte Wahrheit zurückgeworfen. Wenn überhaupt, schützen nur Bildung und Wissen davor, schonungslos manipuliert zu werden.

Wir haben auch versucht, gerade die in Irsee gebotenen Kontraste zur Bewusstmachung des Problems zu nutzen. Das Eindringen des Grauens in geradezu idyllische Umgebung ist nicht erst eine Erfindung Stephen Kings, sondern leider schon immer in der Realität beobachtbar. Für die Handlung bedeutet das: Auch in unserer „Geschichte“ gibt es Ansätze von Humor, menschlicher Nähe, ja sogar Zärtlichkeit.

Das so zu realisieren, wäre uns nicht ohne Hilfe des Autors, Robert Domes, geglückt, der unser Projekt, mehr als wohlwollend, über nun schon zwei Jahre begleitet hat und auch an den Aufführungstagen noch für eine Überraschung gut sein wird.

Ebenso großer Dank gilt dem Akademieleiter, Herrn Dr. Raueiser, der trotz laufenden Betriebs, die Lokalitäten zur Verfügung stellt, uns mit Rat und Tat (Catering!) auch bei den Proben unterstützt hat.

Die Liste der Unterstützer ließe sich noch fortsetzen, doch geht es hier zugegebenermaßen mehr darum, Sie und Euch alle für unser Theaterstück zu interessieren und zu einem Besuch zu animieren (Daten s. u.). Beim Kartenkauf ist diesmal möglicherweise sogar etwas Eile geboten, da die besondere Auführungsform und die Raumgröße nur 60 Besucher pro Aufführung zulassen….Der Vorverkauf der Karten findet am JBG statt. Der Preis beträgt 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Ermäßigte.

Spielplan:

26. Juni, 18.00 Uhr (Premiere)

28. Juni, 20.00 Uhr

30. Juni, 20.00 Uhr

02. Juli, 20.00 Uhr

03. Juli, 18.00 und 20.00 Uhr